Fast Steam Launch „Diamant“ alias Project X

Seit einigen Jahren gibt es von Marten, Howes and Baylis ein neues Modell
namens „Project X“.
Dieses Modell ist die Vision eines 15 Meter langen, schnellen Pendler- und Tagesbootes aus dem frühen 20. Jahrhundert für Binnengewässer. Es basiert auf keinem bestimmten Prototyp.

© model-steam-engines.co.uk

Maßstab: 1:12
Abmessungen:
Länge: 127 cm,
Breite: 18 cm,
Tiefgang: 5,4 cm
Leergewicht: 2,7kg
Gesamtgewicht: 5,4kg lt Plan

Auf der Homepage von MHB ist das Modell und die dazugehörige Dampfanlage abgebildet, aber ohne Preise, wenn man danach fragt weiß man auch warum…
Der Baukasten beinhaltet einen GFK-Rumpf und alle Holzteile zum Ausbau, sowie die Beschlagteile. Zur Ausrüstung gehört eine 3-Zylinder- Maschine aus Aluminium mit einem Kingdon-Kessel, die selbstverständlich extra kostet.
Ein wirklich sehr elegantes Modell mit tollen Proportionen, aber leider preislich einfach nicht erschwinglich.

Das Baukastenmodell

Vor kurzem habe ich den Rumpfbausatz der „Project X“ bei Aliexpress gesehen und gleich einen für mich bestellt.

Der Rumpfbaukasten sollte ein detailgetreues Modell ergeben, welches mit Hilfe des Baukastenplans sicher realisiert werden kann.
Als Antrieb kommt aber eine preisgünstigere Alternative von Cheddar zum Einsatz, eventuell meine Pelican aus der Amrum oder eine Gemini mit jeweils stehendem Kessel, mal schauen was der Markt in der nächsten Zeit so hergibt.

Der Inhalt des Bausatzes:
4 Platten aus 4mm Sperrholz mit gelaserten Bauteilen,
4 Platten aus 2mm Sperrholz mit gelaserten Bauteilen,
1 Platte aus 1mm Sapelli-Furnier mit gelaserten Bauteilen,
80 Leisten a 92cm x 7x2mm vermutlich Birke, sowie Baustufenfotos vom Rumpf.

Der Rumpfaufbau ist mit 19 Spanten sehr solide, der Kiel ist 3teilig mit einem zusätzlichen Teil, um das Heck in Form zu bekommen. Weiterhin ist eine 3teilige Helling-Platte mit Aussparungen für die Spanten vorhanden, die das korrekte Ausrichten der Spanten massiv erleichtern.

Im Baukasten ist eine 3 teilige Helling-Platte vorhanden, in der die Spanten eingesteckt werden. Der Kiel wird aus 4mm dicken Sperrholzteilen zusammengeleimt und besteht aus insgesamt 7 Teilen. Ich habe aktuell einen Platzhalter für das Stevenrohr eingesetzt. Das 8mm Stevenrohr hat eine Länge von 44,5cm und enthält eine 2fach sinter-gelagerte 4mm Welle. Ich werde das Stevenrohr mit 5min Epoxyd einkleben.

Die Beplankung erfolgt mit den mitgelieferten Leisten. Sie sind in ordentlicher Qualität 92cm lang und messen 8x2mm. In der Bugspitze ist ein 1,5mm Messingstreifen eingelassen, er dient am Ende beim Verjüngen des Bugs als Anschlag beim Schleifen. Der Bug wird aus einem Styrodurklotz geschliffen. Beim Heck erfolgt die Beplankung im oberen Teil mit 1mm Sperrholz, welches um das Heck herumgezogen wird, um die spezielle Heckform zu schaffen. Auf dem Heck wird erst ein falsches Deck eingesetzt und darauf dann das endgültige geformte Oberteil, dabei muss der Übergang auf die Seitendecks angepasst werden.

Die Beplankung mit Leisten ist abgeschlossen. Der Bugbereich wird aus Styrodurklötzen herausgeschliffen, das Heck wird nach dem Abtrennen der Spantfüße mit 1mm Sperrholz beplankt, um das typische Heck zu Formen.

Der Baukasten sieht auch für das Heck eine Beplankung vor und hinter der hinteren Sitzbank eine Abdeckung mit abfallenden Seitenteilen. Ich werde hier ein „falsches“ Deck einziehen. Das macht die Konstruktion des Hecks einfacher und die Seitendecks werden waagerecht und nicht nach innen fallend.

Erste Tests haben ergeben das die avisierte Maschine, die Pelican von Cheddar optisch zu klein für das Modell. Von daher werde ich wohl auf eine andere Maschine wechseln.

Der Baukasten ist generell wirklich gut gemacht, aber ich werde das heck an die Baukastenform anpassen. das bedeutet ich werde ein falsches Deck im Teil hinter der achteren Sitzbank einziehen und die Deckswölbung dann separat bauen und auch den Boden bis ins Heck hinein verlängern.
Ich habe für die Decksanpassung den Spant auf dem das Deck später aufliegt, um einige Millimeter in der Höhe gekürzt, das gleiche beim achteren Längsspant.
Für die spätere Heckform ist eine Abwicklung notwendig, die ich mit Pappschablonen ermittle.

Das Thema Antrieb ist jetzt erstmal geklärt, nachdem ich eigentlich plante den Kessel der Cheddar Pelican mit einer M29 von Microcosm zu nutzen und ich die Maschine schon über Ebay gekauft hatte, kam alles anders:

Ich wurde über Kleinanzeigen von einem Verkäufer auf meine Suchanzeige angeschrieben, er hätte da eine 2 Zylinder-Maschine von Cheddar mit Kessel, ob ich Interesse hätte. Das Foto zeigte eine Krick Viktoria. Bei näherer Betrachtung stellte sich die Maschine als eine Cheddar Proteus mit liegendem Proteus-Kessel, Speisepumpe und elektronischen Gasventil heraus. Und alles zu einem fantastischen Preis. Also bei Ebay alles storniert und 1 Tag später ein Ausflug an die Nordsee, Maschine und Kessel abholen.

Die Maschine läuft sehr schön, die Umschaltung von vorwärts auf Rückwärts funktioniert einwandfrei, bedarf aber auf Grund der langen Standzeit noch einer gewissen Einlaufzeit. Die Maschine hat Leistung im Überfluss und dreht problemlos einen 100mm Propeller.

Der achtere Plichtboden, der Rohbau der Sitzbank und die achtere untere Wand der Hütte

Die obere achtere Wand der Hütte, Vorderwand und Seitenwände

Alles in Allem muss man aber sagen das die Entwickler des Baukasten es sich einfach gemacht haben. Es wird eine Dampfmaschine auf Verkaufsfotos abgebildet, aber im Modell nicht wirklich eingeplant. Der Anpassungsaufwand für den Einsatz einer Dampfanlage ist nicht unerheblich, um das Modell dicht an den Originalbaukasten heranzubringen. Laut Baukasten sollte das Heck aus Leisten beplankt werden, ich habe es aus Sperrholzteilen gefertigt der Übergang zum Innenraum sollte aus einem Teil gefertigt werden. Eine zusätzliche Sperrholzplatte als falsches Deck macht es einfacher. das innere Schanzkleid ist nicht nur aus Sperrholz, sondern wird mit Leisten aus Birne und Linde beplankt. das Ruderservo kann aus Platzgründen nicht an der vorgesehenen stelle verbaut werden , sondern muss auf den hinteren Plichtboden.

Die Hütte wird so aufgebaut, das der obere Teil abnehmbar ist, weil in der Hütte der Gastank, der Kondensator und ein Speisewassertank mit 300ml untergebracht werden muss. Der Rumpf soll/darf lt. Plan 2,7 kg wiegen, die Dampfanlage weitere 2,7 kg. meine Dampfanlage wiegt ohne Speisewassertanks ca. 3,6kg, das bedeutet das das Mehrgewicht irgendwo eingespart werden muss. Der Rumpf wiegt aktuell ohne Laminat ca. 1,15kg, ein bisschen Reserve ist sicher noch vorhanden.

Als nächstes wird erstmal der Rumpf mit einer Lage GFK bezogen, ich nehme Köpergewebe mit 100g/m2. Harz und Gewebe sind von HP textiles.

Der Rumpf ist laminiert, überschüssige Matte entfernt. Bei Blasen muss ich schauen ob ich sie schleife oder spachtele. Das spitz zulaufende Heck erhält ein Messing-Halbrundprofil als Stoßschutz, der Bug ist durch ein Messing-Inlay geschützt.

Jetzt können auch die Auflagen für den Plichtboden tiefer gelegt werden, damit die Seitenwände unter die Seitendecks passen und auf dem Boden aufliegen. Nach dem ausstehenden Verdrängungstest kann ich sehen ob der Rumpf die Maschine/Kessel Kombination trägt, Schwerpunktverhältnisse prüfen und sehen wieviel Kesselspeisewasser ich mitführen kann und wo etwaige Tanks platziert werden müssen.

Datum der letzten Änderung