Fast Steam Launch Lallybroch alias Project X

Seit einigen Jahren gibt es von Marten, Howes und Baylis ein neues Modell namens Project X .

Dieses Modell ist die Vision eines 15 Meter langen, schnellen Pendler und Tagesbootes für Binnengewässer. Es basiert auf keinem bestimmten Prototyp.

© model-steam-engines.co.uk

Maßstab: 1:12
Abmessungen:
Länge: 127 cm,
Breite: 18 cm,
Tiefgang: 5,4 cm
Leergewicht: 2,7kg
Gesamtgewicht: 5,4kg lt. Plan, 5,9kg real

Auf der Homepage von MHB ist das Modell und die dazugehörige Dampfanlage abgebildet. Allerdings fehlen dort die Preise, wodurch der Eindruck entsteht, dass Preisangaben absichtlich zurückgehalten werden. Wenn man danach fragt, weiß man auch, warum.

Der Baukasten beinhaltet einen GFK-Rumpf und alle Holzteile zum Ausbau, sowie die Beschlagteile. Zusätzlich macht die Ausstattung eine hochwertige Verarbeitung sichtbar, doch die Preise bleiben im Verborgenen. Zur Ausrüstung gehört eine 3-Zylinder-Maschine aus Aluminium mit einem Kingdon-Kessel, die selbstverständlich extra kostet. Damit richtet sich das Modell an Sammler, die Wert auf Detailgenauigkeit legen.

Ein wirklich sehr elegantes Modell mit tollen Proportionen, aber leider preislich einfach nicht erschwinglich.

Das Baukastenmodell

Vor kurzem habe ich den Rumpfbausatz der „Project X“ bei Aliexpress gesehen und gleich einen für mich bestellt.

Der Rumpfbaukasten sollte ein detailgetreues Modell ergeben, welches mit Hilfe des Baukastenplans sicher realisiert werden kann.
Als Antrieb kommt aber eine preisgünstigere Alternative von Cheddar zum Einsatz, eventuell meine Pelican aus der Amrum oder eine Gemini mit jeweils stehendem Kessel, mal schauen was der Markt in der nächsten Zeit so hergibt.

Der Inhalt des Bausatzes umfasst mehrere Bauteile. Es stehen vier Platten aus 4 mm Sperrholz mit gelaserten Bauteilen bereit. Außerdem gibt es vier Platten aus 2 mm Sperrholz mit gelaserten Bauteilen. Eine Platte aus 1 mm Sapelli-Furnier ist ebenfalls enthalten, ebenfalls mit gelaserten Bauteilen. Die Materialien ermöglichen den Bau des Rumpfs.

Zusätzlich liegen achtzig Leisten zu je 92 cm Länge sowie 7 x 2 mm Stärke vor, vermutlich Birke. Die Leisten sind entsprechend für den Rumpf vorgesehen. Schließlich enthält der Bausatz Baustufenfotos vom Rumpf, die den Montageablauf dokumentieren.

Der Rumpfaufbau ist mit 19 Spanten sehr solide, der Kiel ist 3teilig mit einem zusätzlichen Teil, um das Heck in Form zu bekommen. Weiterhin ist eine 3teilige Helling-Platte mit Aussparungen für die Spanten vorhanden, die das korrekte Ausrichten der Spanten massiv erleichtern.

Im Baukasten ist eine 3-teilige Helling-Platte vorhanden, in der die Spanten eingesteckt werden. Der Kiel wird aus 4mm dicken Sperrholzteilen zusammengeleimt und besteht aus insgesamt 7 Teilen. Ich habe aktuell einen Platzhalter für das Stevenrohr eingesetzt. Das 8mm Stevenrohr hat eine Länge von 44,5cm und enthält eine 2fach sinter-gelagerte 4mm Welle. Ich werde das Stevenrohr mit 5min Epoxyd einkleben.

Die Beplankung erfolgt mit den mitgelieferten Leisten. Sie sind in ordentlicher Qualität 92cm lang und messen 8x2mm. In der Bugspriet ist ein 1,5mm Messingstreifen eingelassen, er dient am Ende beim Verjüngen des Bugs als Anschlag beim Schleifen. Der Bug wird aus einem Styrodurklotz geschliffen. Beim Heck erfolgt die Beplankung im oberen Teil mit 1mm Sperrholz, welches um das Heck herumgezogen wird, um die spezielle Heckform zu schaffen. Auf dem Heck wird erst ein falsches Deck eingesetzt und darauf dann das endgültige geformte Oberteil, dabei muss der Übergang auf die Seitendecks angepasst werden.

Die Beplankung mit Leisten ist abgeschlossen. Der Bugbereich wird aus Styrodurklötzen herausgeschliffen, das Heck wird nach dem Abtrennen der Spantfüße mit 1mm Sperrholz beplankt, um das typische Heck zu Formen.

Der Baukasten sieht auch für das Heck eine Beplankung vor und hinter der hinteren Sitzbank eine Abdeckung mit abfallenden Seitenteilen. Ich werde hier ein „falsches“ Deck einziehen. Das macht die Konstruktion des Hecks einfacher und die Seitendecks werden waagerecht und nicht nach innen fallend.

Erste Tests haben ergeben das die avisierte Maschine, die Pelican von Cheddar optisch zu klein für das Modell. Von daher werde ich wohl auf eine andere Maschine wechseln.

Technische Anpassungen am Baukasten

Der Baukasten ist generell gut gemacht. Allerdings werde ich das Heck an die Baukastenform anpassen. Das bedeutet: Ich setze ein falsches Deck im Teil hinter der hinteren Sitzbank ein. Die Auswölbung baue ich dann separat. Den Boden verlängere ich bis ins Heck hinein.

Außerdem erläutere ich die Anpassungen im Rahmen von Project X Proteus mbH. Für die Decksanpassung habe ich den Spant gekürzt, auf dem das Deck später aufliegt. Für den achteren Längsspant gilt das Gleiche. Für die spätere Heckform ist eine Abwicklung notwendig, die ich mit Pappschablonen ermittle.

Das Thema Antrieb ist jetzt erstmal geklärt, nachdem ich eigentlich plante den Kessel der Cheddar Pelican mit einer M29 von Microcosm zu nutzen und ich die Maschine schon über Ebay gekauft hatte, kam alles anders:

Ich wurde über Kleinanzeigen von einem Verkäufer auf meine Suchanzeige angeschrieben, er hätte da eine 2 Zylinder-Maschine von Cheddar mit Kessel, ob ich Interesse hätte. Das Foto zeigte eine Krick Viktoria. Bei näherer Betrachtung stellte sich die Maschine als eine Cheddar Proteus mit liegendem Proteus-Kessel, Speisepumpe und elektronischen Gasventil heraus. Und alles zu einem fantastischen Preis. Also bei Ebay alles storniert und 1 Tag später ein Ausflug an die Nordsee, Maschine und Kessel abholen.

Die Maschine läuft sehr schön, die Umschaltung von vorwärts auf Rückwärts funktioniert einwandfrei, bedarf aber auf Grund der langen Standzeit noch einer gewissen Einlaufzeit. Die Maschine hat Leistung im Überfluss und dreht problemlos einen 100mm Propeller.

Der achtere Plichtboden, der Rohbau der Sitzbank und die achtere untere Wand der Hütte

Die obere achtere Wand der Hütte, Vorderwand und Seitenwände

Alles in Allem muss man aber sagen das die Entwickler des Baukasten es sich einfach gemacht haben. Es wird eine Dampfmaschine auf Verkaufsfotos abgebildet, aber im Modell nicht wirklich eingeplant. Der Anpassungsaufwand für den Einsatz einer Dampfanlage ist nicht unerheblich, um das Modell dicht an den Originalbaukasten heranzubringen. Laut Baukasten sollte das Heck aus Leisten beplankt werden, ich habe es aus Sperrholzteilen gefertigt der Übergang zum Innenraum sollte aus einem Teil gefertigt werden. Eine zusätzliche Sperrholzplatte als falsches Deck macht es einfacher. das innere Schanzkleid ist nicht nur aus Sperrholz, sondern wird mit Leisten aus Birne und Linde beplankt. das Ruderservo kann aus Platzgründen nicht an der vorgesehenen stelle verbaut werden , sondern muss auf den hinteren Plichtboden.

Die Hütte wird so aufgebaut, das der obere Teil abnehmbar ist, weil in der Hütte der Gastank, der Kondensator und ein Speisewassertank mit 300ml untergebracht werden muss. Der Rumpf soll/darf lt.. Plan 2,7 kg wiegen, die Dampfanlage weitere 2,7 kg. meine Dampfanlage wiegt ohne Speisewassertanks ca.. 3,6kg, das bedeutet das das Mehrgewicht irgendwo eingespart werden muss. Der Rumpf wiegt aktuell ohne Laminat ca. 1,15kg, ein bisschen Reserve ist sicher noch vorhanden.

Als nächstes wird erstmal der Rumpf mit einer Lage GFK bezogen, ich nehme Köpergewebe mit 100g/m2. Harz und Gewebe sind von HP Textiles.

Der Rumpf ist laminiert, überschüssige Matte entfernt. Bei Blasen muss ich schauen ob ich sie schleife oder spachtele. Das spitz zulaufende Heck erhält ein Messing-Halbrundprofil als Stoßschutz, der Bug ist durch ein Messing-Inlay geschützt.

Jetzt können auch die Auflagen für den Plichtboden tiefer gelegt werden, damit die Seitenwände unter die Seitendecks passen und auf dem Boden aufliegen. Nach dem ausstehenden Verdrängungstest kann ich sehen ob der Rumpf die Maschine/Kessel Kombination trägt, Schwerpunktverhältnisse prüfen und sehen wieviel Kesselspeisewasser ich mitführen kann und wo etwaige Tanks platziert werden müssen.

Weitere Schleif- und Spachtelarbeiten sind erforderlich, aber ein Ende ist in Sicht, so das bald lackiert werden kann. Ich habe die Speisepumpe an der Maschine erstmal demontiert, in der Hoffnung, das es auch ohne Notversorgung eine ausreichend lange Betriebszeit gibt. Das erspart die Speisewassertanks und einiges an Verrohrung. Weil das Gewicht ist immer noch ein Thema.

Die Schleif- und Spachtelorgie ist erstmal vorbei, der Rumpf 2x lackiert. Ich starte jetzt erstmal den Innenausbau, etwaige weitere Makelstellen werden erst nach dem Ausbau beseitigt und ggf. nachlackiert.

Teile des Innenausbaus:

Der vordere Plichtboden

Der vordere Plichtboden besteht aus1mm Sperrholz mit Beplankung aus Birne und Ahorn, direkt an der späteren Maschine aus dünnem Weißblech mit Streckmetall und Einfassung mit Messing Winkelprofil

Die Seitenwände bestehen aus Sperrholz unterschiedlicher Stärken und eine Beplankung aus Birne und Linde jeweils 8x2mm, das vordere Schott ist aus Birnenholz und Leisten unterschiedlicher Maße gefertigt, ebenso wie die Unterkonstruktion des Schiebeluks.

Die Maschine und der Kessel stehen auf Kieferleisten von 15x15mm mit Stehbolzen aus M3 Edelstahlschrauben. Maschine und Kessel sind auf passenden Messingblechen montiert, die mit den Stehbolzen festgeschraubt werden. Maschine und Welle sind per Doppelkardangelenk verbunden, um den Höhenunterschied der Wellen auszugleichen.

Aus Gewichtsgründen habe ich auf die Speisewassertanks verzichtet und die Pumpe an der Maschine demontiert, sollte sich die Kessellaufzeit als zu gering erweisen, kann ich beides immer noch nachrüsten.

Datum der letzten Änderung